Tiergestützte Pädagogik

Grundgedanken
Neben ehrenamtlichen Hundeführern können auch Lehrpersonen ihre eigenen Hunde im Unterrichtsalltag vielseitig einsetzen. Die Tiergestützte Pädagogik mit dem Hund setzt einen pädagogischen Abschluss des/der Hundeführers/in voraus. Es besteht ein pädagogisches Konzept, das die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler (SuS) und des Hundes berücksichtigt.
Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule unterliegt einem deutlichen Wandel und damit liegt häufig zunächst eine Schwerpunktsetzung auf dem Erziehungsauftrag. Die SuS müssen zuerst motiviert und befähigt werden, ihren eigenen Lernprozess Bedeutung bei zu messen. Erst danach kann die Wissensvermittlung anknüpfen.
Soziale und psychologische Aspekte wie die Steigerung der Empathiefähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Reduzierung von Verhaltensauffälligkeiten und die Vermittlung von Spaß und Entspannung stehen im Vordergrund, gefolgt vom Ausbau sozialer Kompetenzen, Konzentrationsleistung und positivem Arbeitsklima vor inhaltlicher Erarbeitung von Unterrichtsinhalten.
Ziel ist eine individuelle Förderung der einzelnen Kinder und Jugendlichen und ein effektiveres Arbeiten in der Klassengemeinschaft. Untersuchungen haben ergeben, dass schon die regelmäßige Anwesenheit eines Hundes im Klassenverband (freie Interaktion) erstaunliche Veränderungen bewirkt. So gehen z.B. SuS lieber zur Schule, Außenseiter-Kinder werden aus ihrer Isolation geholt, Auffälligkeiten reduzieren sich und positive Sozialkontakte werden gefördert.
Durch gelenkte Interaktionen im Klassenverband, in der Kleingruppe oder der Einzelarbeit können unter anderem Probleme in den Bereichen Wahrnehmung, Emotionalität, Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten und Motorik mit erstaunlichen Ergebnissen aufgearbeitet werden, da der Hund als „Katalysator“ wirkt.
Als Schulhunde eignen sich nur besonders ruhige und gut erzogene Hunde, die einen hohen Stresspegel ertragen, ohne Zeichen von Aggression zu zeigen. Die Rasse spielt keine Rolle, es kommt ausschließlich auf das Wesen des individuellen Tieres und sein Zusammenspiel mit der/m Hundehalter/in an.
Gut erzogene und trainierte Hunde gehen unvoreingenommen und offen auf Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und weitere Personen im Schulalltag zu.